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Event Description
Hormone, Anti-Depressiva, Kokain … heute ist es möglich, all diese Substanzen
im Abwasser nachzuweisen. Sie geben präzise und zeitnah Auskunft über
die Gesundheit der Schweizer Bevölkerung. Auch unsere Abfälle sind eine
Fundgrube für Informationen. Die Abfallmenge ist ein Indikator für den
Zustand der Wirtschaft und die Abfall-Zusammensetzung reflektiert unser
Konsumverhalten.
Im Moment ist es noch schwierig, Informationen aus festen, gemischten
Abfällen zu gewinnen. Vorerst sind es nur mechanische Prozesse wie das
Sortieren von Hand und das Wägen, die uns Aufschluss über unsere Abfälle
geben. Doch stetig verbesserte und neue Messmethoden erlauben uns, immer
mehr über Zusammensetzung und Herkunft unserer Abfälle herauszufinden.
Für die Betreiber von Abfallanlagen hat der Fortschritt der Messtechnik Vorund
Nachteile. So ist es für den Schutz von Personen und Anlagen von Vorteil,
wenn gefährliche Abfälle frühzeitig erkannt werden. Dazu gehört die neuerdings
obligatorische Radioaktivitäts-Messung am Eingang jeder KVA. Für Holzfeuerungen
erlaubt die rechtzeitige Identifizierung von problematischen
Hölzern Korrosionsschäden im Kessel sowie zu hohe Schwermetall-Gehalte
in den Aschen zu vermeiden.
Der Fortschritt bei den Mess- und Analyse-Methoden bedeutet aber auch
eine Herausforderung für das Recycling. Es wird immer einfacher, Schadstoffe
im Rezyklat zu messen. Damit steigt bei den Behörden die Versuchung, immer
strengere Grenzwerte vorzuschreiben. Schwermetalle im Phosphor, Kupfer im
Eisenschrott und Plastik im Kompost sind erste Beispiele dieser Entwicklung.